News / Events




NEWS ARTIKEL: 2019 März  


 

Innovation: Beispiel der W. Schneider + Co AG
Schweizer Unternehmen mit Prozessinnovationen: vom Ans-Lager-Fertiger zur modernen Lean-Organisation.

Dieser Artikel ist erschienen in: SWISS ENGINEERING Nr. 03 · März 2019 / Schweizerische Technische Zeitschrift STZ  / Innovation: ist die Schweiz wirklich Weltmeister?

Swiss-Engineering-Lean-Organisation-Schneider-Spiegelschraenke-Ver-1-1


Innovationen – das müssen nicht immer neue Produkte sein
Das Beispiel der W. Schneider + Co AG zeigt, wie Schweizer Unternehmen mit Prozessinnovationen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und den Produktionsstandort Schweiz erhalten können.

«Um weiterhin in der Schweiz produzieren zu können, mussten wir uns etwas einfallen lassen», sagt Martin Holenweg, Mitinhaber und Geschäftsführer der W. Schneider + Co AG. Das in Langnau am Albis beheimatete Unternehmen stellt Lichtspiegel und Spiegelschränke her. Bis in das Jahr 2014 entwickelte und konstruierte das 1953 gegründete Unternehmen seine Produkte in Langnau am Albis. Je nach Produktelinie fand die Fertigung in Langnau oder in Flums statt.

Wachsende Anforderungen, andauernder Preisdruck
«Vor fünf Jahren standen wir vor der Frage, wie Schneider seinen Produktionsstandort in der Schweiz langfristig sichern kann», berichtet Martin Holenweg. Schneider vertreibt seine Produkte ausschliesslich über den Sanitärgrosshandel. Und dessen Anforderungen stiegen stetig. Die Grosshändler wollten ihren Kunden immer kürzere Lieferzeiten anbieten, gleichzeitig wollten sie ihre Lagerbestände und damit auch ihre Lagerhaltungskosten so gering wie möglich halten. Der Wettbewerb ist hart, und das bekommen die Hersteller zu spüren. Auch Schneider hatte mit grossem und andauerndem Preisdruck zu kämpfen. 

Um die wöchentlichen Bestellungsschwankungen von bis zu 300 Prozent auffangen zu können, produzierte Schneider ans eigene Fertiglager. Die optimale Produktionslosgrösse war oberstes Gebot, Lagerbestände waren nicht entscheidend. Der Fertiglagerbestand lag bei rund 8000 Schränken respektive Lichtspiegeln. «Eigentlich waren unsere Werke grosse Lager, in denen auch produziert wurde. Die Lagerhaltung kostet Geld und es besteht ein grosses Risiko für Ladenhüter. Wir wollten Lager­ und Herstellkosten senken. Ebenfalls wollten wir unsere Lieferzeiten mindestens halbieren und die Produktionskapazität erhöhen, damit wir im Export wachsen können», fasst Holenweg die Situation zusammen.

Produktionssystem 2020 mit neuer Philosophie
Gemeinsam mit der Baarer Beratungsfirma jit Engineering entwickelte Schneider sein neues Produktionssystem 2020, dem eine komplett neue Philosophie zugrunde liegt. Die alte Weisheit «Mit idealen Losgrössen produziert man am kosteneffizientesten und ans Lager Fertigen bringt Sicherheit und Geschwindigkeit für die Auslieferung», wurde über den Haufen geworfen. Neu galt: «Je flexibler, desto schneller, besser und kosteneffizienter.»

«Wir entwickelten zusammen mit Hans­Otto Willenegger von jit Engineering ein auf uns abgestimmtes Lean­Company­Konzept», berichtet Martin Holenweg. Ein Ziel war, die Produktion an einem Standort zu konzentrieren. Nach intensiver Evaluation fiel die Wahl auf das bestehende Werk in Flums. Dort wurde die Produktion neu organisiert: Die hauseigene Metallfertigung und Pulver­beschichtung sowie externe Zulieferer liefern nun an ein Halbfabrikate­Lager, den sogenannten «Supermarkt». Der Lagerbestand wird mittels Absatzprognose und Kanban gesteuert. Bestellungen werden ab diesem «Supermarkt» kundenspezifisch gerüstet, vor­ und endmontiert, getestet, verpackt und am Folgetag ausgeliefert.

Im Frühling 2017 erfolgte die Zusammenlegung der Produktion in Flums. «Es gelang uns, mehr als 20 der 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bis dahin in der Produktion in Langnau gearbeitet hatten, für die Arbeit in Flums zu gewinnen», berichtet Martin Holenweg. Ende 2018 war die Einführung der «Just­in­time­Fertigung by Schneider» zu 80 Prozent abgeschlossen. Die Lieferzeiten ab Kundenbestellung liegen heute bei fünf Arbeitstagen. Mit Kaizen und kontinuierlicher Verbesserung will Schneider die gesamte Organisation in den kommenden Jahren schrittweise weiter voranbringen. «Wir glauben an den Werkplatz Schweiz», sagt Holenweg. «Deshalb investieren wir in diesem Jahr in die Metallfertigung und in die Pulverbeschichtungsanlage, um auch hier technisch und kostenmässig am Ball zu bleiben.»

«Eine Reorganisation wie bei Schneider – vom Ans­Lager­Fertiger zur modernen LeanOrganisation – ist ein langwieriges und heraus­forderndes Change­Projekt», fasst Martin Holenweg, die gemachten Erfahrungen zusammen. Ausserdem sei neues Know­how gefragt und die Qualifizierung der Mitarbeiter erforderlich. Zusätzlich hat Schneider vier Ingenieure eingestellt. Erfolg, so der Geschäftsführer, könne man nur haben, wenn es gelinge, die internen Opinionleader für das Projekt zu begeistern. «Einfacher ist die Umsetzung sicher, wenn wie bei Schneider die Motivation, Produktionsarbeitsplätze in der Schweiz zu halten, von Anfang an das allseits bekannte Ziel ist.»

W. Schneider + Co AG
Die W. Schneider + Co AG ist ein führender Schweizer Hersteller von Lichtspiegeln und Spiegelschränken. Seit über 65 Jahren designt, konstruiert, produziert und montiert Schneider seine Produkte ausschliesslich in der Schweiz. Die Produkte werden vor allem in Badezimmern und Nasszellen eingesetzt. Die Firma Schneider wurde 1953 durch Walter Schneider in Langnau am Albis gegründet. Das Werk in Flums kam 1972 hinzu. 




NEWS / EVENTS: 2018


 

Video Youtube; 0:56:
Schneider_Swissbau-Impressionen




Spiegelschrank A-line LED (Link für weitere Informationen)
Spiegelschrank_A-line_LED_Frontansicht_Schneider

Generationenbad C-Line LED (Link für weitere Informationen)
C-line_LED_Komfortbad_Frontansicht

Schneider Ordnungssystem magnifico! (Link für weitere Informationen)
Schneider-Ordnungssystem-Magnifico_Spiegelschrank-A-line_Schminken-Kosmetik

Lichtspiegel A-line LED (Link für weitere Informationen)
Lichtspiegel_A_Line_100_2_LED_W-Schneider-Co-AG

TRILINE LED mit Soundsystem (Link für weitere Informationen)
Lichtspiegel_TRILINE_SL_50_LED_W-Schneider-Co-AG

TRILINE LED mit Soundsystem (Link für weitere Informationen)
Lichtspiegel_TRILINE_SL_48_LED_W-Schneider-Co-AG

FACELINE LED (Link für weitere Informationen)
FACELINE_100_2_LED_W-Schneider-Co-AG 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Schweizer Unternehmen mit Prozessinnovationen: vom Ans-Lager-Fertiger zur modernen Lean-Organisation.

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Innovationen – das müssen nicht immer neue Produkte sein
Das Beispiel der W. Schneider + Co AG zeigt, wie Schweizer Unternehmen mit Prozessinnovationen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und den Produktionsstandort Schweiz erhalten können.

«Um weiterhin in der Schweiz produzieren zu können, mussten wir uns etwas einfallen lassen», sagt Martin Holenweg, Mitinhaber und Geschäftsführer der W. Schneider + Co AG. Das in Langnau am Albis beheimatete Unternehmen stellt Lichtspiegel und Spiegelschränke her. Bis in das Jahr 2014 entwickelte und konstruierte das 1953 gegründete Unternehmen seine Produkte in Langnau am Albis. Je nach Produktelinie fand die Fertigung in Langnau oder in Flums statt.

Wachsende Anforderungen, andauernder Preisdruck
«Vor fünf Jahren standen wir vor der Frage, wie Schneider seinen Produktionsstandort in der Schweiz langfristig sichern kann», berichtet Martin Holenweg. Schneider vertreibt seine Produkte ausschliesslich über den Sanitärgrosshandel. Und dessen Anforderungen stiegen stetig. Die Grosshändler wollten ihren Kunden immer kürzere Lieferzeiten anbieten, gleichzeitig wollten sie ihre Lagerbestände und damit auch ihre Lagerhaltungskosten so gering wie möglich halten. Der Wettbewerb ist hart, und das bekommen die Hersteller zu spüren. Auch Schneider hatte mit grossem und andauerndem Preisdruck zu kämpfen. 

Um die wöchentlichen Bestellungsschwankungen von bis zu 300 Prozent auffangen zu können, produzierte Schneider ans eigene Fertiglager. Die optimale Produktionslosgrösse war oberstes Gebot, Lagerbestände waren nicht entscheidend. Der Fertiglagerbestand lag bei rund 8000 Schränken respektive Lichtspiegeln. «Eigentlich waren unsere Werke grosse Lager, in denen auch produziert wurde. Die Lagerhaltung kostet Geld und es besteht ein grosses Risiko für Ladenhüter. Wir wollten Lager­ und Herstellkosten senken. Ebenfalls wollten wir unsere Lieferzeiten mindestens halbieren und die Produktionskapazität erhöhen, damit wir im Export wachsen können», fasst Holenweg die Situation zusammen.

Produktionssystem 2020 mit neuer Philosophie
Gemeinsam mit der Baarer Beratungsfirma jit Engineering entwickelte Schneider sein neues Produktionssystem 2020, dem eine komplett neue Philosophie zugrunde liegt. Die alte Weisheit «Mit idealen Losgrössen produziert man am kosteneffizientesten und ans Lager Fertigen bringt Sicherheit und Geschwindigkeit für die Auslieferung», wurde über den Haufen geworfen. Neu galt: «Je flexibler, desto schneller, besser und kosteneffizienter.»

«Wir entwickelten zusammen mit Hans­Otto Willenegger von jit Engineering ein auf uns abgestimmtes Lean­Company­Konzept», berichtet Martin Holenweg. Ein Ziel war, die Produktion an einem Standort zu konzentrieren. Nach intensiver Evaluation fiel die Wahl auf das bestehende Werk in Flums. Dort wurde die Produktion neu organisiert: Die hauseigene Metallfertigung und Pulver­beschichtung sowie externe Zulieferer liefern nun an ein Halbfabrikate­Lager, den sogenannten «Supermarkt». Der Lagerbestand wird mittels Absatzprognose und Kanban gesteuert. Bestellungen werden ab diesem «Supermarkt» kundenspezifisch gerüstet, vor­ und endmontiert, getestet, verpackt und am Folgetag ausgeliefert.

Im Frühling 2017 erfolgte die Zusammenlegung der Produktion in Flums. «Es gelang uns, mehr als 20 der 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bis dahin in der Produktion in Langnau gearbeitet hatten, für die Arbeit in Flums zu gewinnen», berichtet Martin Holenweg. Ende 2018 war die Einführung der «Just­in­time­Fertigung by Schneider» zu 80 Prozent abgeschlossen. Die Lieferzeiten ab Kundenbestellung liegen heute bei fünf Arbeitstagen. Mit Kaizen und kontinuierlicher Verbesserung will Schneider die gesamte Organisation in den kommenden Jahren schrittweise weiter voranbringen. «Wir glauben an den Werkplatz Schweiz», sagt Holenweg. «Deshalb investieren wir in diesem Jahr in die Metallfertigung und in die Pulverbeschichtungsanlage, um auch hier technisch und kostenmässig am Ball zu bleiben.»

«Eine Reorganisation wie bei Schneider – vom Ans­Lager­Fertiger zur modernen LeanOrganisation – ist ein langwieriges und heraus­forderndes Change­Projekt», fasst Martin Holenweg, die gemachten Erfahrungen zusammen. Ausserdem sei neues Know­how gefragt und die Qualifizierung der Mitarbeiter erforderlich. Zusätzlich hat Schneider vier Ingenieure eingestellt. Erfolg, so der Geschäftsführer, könne man nur haben, wenn es gelinge, die internen Opinionleader für das Projekt zu begeistern. «Einfacher ist die Umsetzung sicher, wenn wie bei Schneider die Motivation, Produktionsarbeitsplätze in der Schweiz zu halten, von Anfang an das allseits bekannte Ziel ist.»

W. Schneider + Co AG
Die W. Schneider + Co AG ist ein führender Schweizer Hersteller von Lichtspiegeln und Spiegelschränken. Seit über 65 Jahren designt, konstruiert, produziert und montiert Schneider seine Produkte ausschliesslich in der Schweiz. Die Produkte werden vor allem in Badezimmern und Nasszellen eingesetzt. Die Firma Schneider wurde 1953 durch Walter Schneider in Langnau am Albis gegründet. Das Werk in Flums kam 1972 hinzu. 




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Spiegelschrank A-line LED (Link für weitere Informationen)
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Schneider Ordnungssystem magnifico! (Link für weitere Informationen)
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TRILINE LED mit Soundsystem (Link für weitere Informationen)
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TRILINE LED mit Soundsystem (Link für weitere Informationen)
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